DEUTSCHES ZENTRUM FÜR ERHOLSAMES SCHLAFEN

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Prof. Dr.  Bram van Dam†, Dr. med. Rainer Haarfeldt, Prof.  Dr. Tilman Resch



 

 

Lust und Last ums Kreuz

Es gibt wohl nur wenige Menschen, die im Laufe ihres Lebens von Rückenschmerzen verschont bleiben. Schreibtischarbeit, zu wenig Bewegung, Stress – all das trägt dazu bei, dass irgendwann ein stechender Schmerz im Kreuz den Tag verdirbt. Kaum dagegen bei regelmäßiger Benutzung guter Wasserbetten, Muskelkater natürlich ausgenommen.

Der Mensch lebt heute im Vergleich zu seinen Vorfahren bequem, aber ungesund. Wer früher gut leben und essen wollte, musste sich viel bewegen und körperlich eine Menge leisten. Heute dagegen genügt meist der Fingerslalom auf der Computertastatur. Für die Muskulatur ist das aber alles andere als ideal. Rückenschmerzen resultieren in den meisten Fällen aus Muskelverspannungen. Stundenlanges unbewegliches Sitzen, einseitige Bewegung und die leider allzu verbreitete Stressbelastung führen auf die Dauer dazu, dass die Muskeln am Rücken steinhart werden. Diese reizen wiederum die in der Nähe liegenden Nerven, welche dem Gehirn Schmerz signalisieren. Um die Schmerzen zu verringern, verfällt man unwillkürlich in eine Schonhaltung. Doch das mündet letztlich nur in einen Teufelskreis: Es werden weitere Rückenpartien oder die Wirbelsäule belastet, der Schmerz verlagert sich oder strahlt in ganz andere Körperpartien aus.

Regeneration im Schlaf fehlt

Dazu kommt die fehlende Regeneration in der Nacht auf schlicht menschenunwürdigen Matratzen. Seit vielen Generationen schläft man auf konsumigen Matratzen aus Stahlfedern, gelöchertem Plastikschaum oder Kokosfasern womöglich mit Pferdehaar vermischt. Selbst Neugeborene protestieren immer lauter als sogenannte Schrei - oder Brüllbabies, weil es die Eltern einfach nicht kapieren. Aus Wasser geboren, dann körperverformend betten. Wie grausam können Mütter und Väter noch werden?

Schmerzen lindern

Die Behandlung von Rückenschmerzen muss zweigleisig erfolgen. Zum einen sollten die akuten Schmerzen gelindert werden, insbesondere auch nachts für Entspannung sorgen, zum anderen sollte der Patient sich bewegen, damit sich die Anspannung in der Muskulatur löst. Das eine bedingt natürlich das andere: Ohne Schmerzfreiheit ist die Bewegung nur schwerlich möglich. Die gebräuchlichsten Schmerzmittel sind Paracetamol oder nicht-steroidale Antirheumatika wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen oder Diclofenac. Daneben gibt es in der Apotheke eine Reihe von Präparaten, die die Muskulatur entspannen und Schmerzen lindern, darunter auch solche mit pflanzlichen Wirkstoffen wie Teufelskralle, Arnika, Ringelblume oder Beinwell. Schmerz- und Rheumasalben sowie Wärmepflaster (z. B. mit Cayennepfefferextrakt) fördern die Durchblutung und wirken über die Haut auf den Mechanismus der Schmerzübertragung ein. Wohl dem Wasserbettschläfer, der evtl. mal auf langen Reisen ohne sein Wasserbett zu solchen Mitteln greifen muss.

Studieren & Trainieren

In vielen Fällen sind Rückenschmerzen auf jahrelange Fehlbeanspruchungen der Muskulatur, des Skelettapparats und falscher Matratzen zurückzuführen. Bei chronischen Rückenschmerzen empfiehlt sich daher die Behandlung beim Physiotherapeuten. Er wird dem Patienten spezielle Übungen beibringen, die auf Bewegung und Muskelkraft setzen. Zu dieser „Rückenschule“ gehören Kraft- und Dehnübungen sowie solche, die die Beweglichkeit der Wirbelsäule fördern. Auch Haltungs- und Gleichgewichtsübungen gehören zum Programm. Darüber hinaus wird mit dem Patienten erarbeitet, wie er sich im Alltag rückengerechter verhalten kann. So erlernt man zwar schonende Schlaflagen und das richtige Aufstehen und Hinlegen, nichts aber über die folgen katastrophale Matratzen oder Vorteile guter Wasserbetten. Geübt wird zudem das rückenschonende Heben von Gegenständen. Selbstverständlich muss auch dazu gehören, wie man den Arbeitsplatz und Arbeitsabläufe rückenfreundlicher einrichten kann.
Massagen, wie z. B. die Rückenmassage nach Breuß, können Verspannungen oder Bindegewebsverhärtungen lösen. Chiropraktik oder die Wirbelsäulentherapie nach Dorn eignen sich dazu, verschobene Wirbel wieder einzurichten oder Gelenkblockaden zu lösen. Diese Methoden gehören jedoch in die Hände eines erfahrenen Experten.

Bewegung & besser liegen

Das beste Mittel gegen Rückenschmerzen ist Bewegung und ein orthopädisches Wasserbett, aber Vorsicht: Wasserbett ist nicht gleich Wasserbett! Die Rückenmuskulatur trainierende Sportarten sind Schwimmen, Aquajogging, Radfahren, Nordic Walking oder Skilanglauf. Ein Krafttraining im Fitness-Studio kann dann sinnvoll sein, wenn keine akuten Schmerzen bestehen. Trainieren Sie bevorzugt an Geräten, die die Rückenmuskulatur aufbauen. Auch Yoga ist eine ideale Methode, um die Muskulatur zu lockern und die Beweglichkeit zu fördern.

 

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