DEUTSCHES ZENTRUM FÜR ERHOLSAMES SCHLAFEN

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Buchvorstellung: Prof. Dr. Ingo Fietze

Die übermüdete Gesellschaft

Wie Schlafmangel uns alle krank macht

Der renommierte Spezialist für Schlafmedizin, Prof. Dr. Ingo Fietze, berichtet über den alarmierend sorglosen Umgang mit einem unterschätzten Gesellschaftsproblem.

Rund 80 Prozent aller deutschen Arbeitnehmer leiden an Schlafstörungen – die meisten schaffen sich ihr Leid selber: zu spätes Zubettgehen, zu frühes Aufstehen, zu viel Internetaktivität im Schlafzimmer, zu viel Arbeits-Mails-Checken nach Feierabend. Die wenigsten sehen darin eine ernsthafte Gefahr. Doch diese Verhaltensweisen machen aus gelegentlichen Schlafstörungen chronische – und den Menschen krankheitsanfällig, depressiv, dick und unkonzentriert. Wieso glauben Millionen Deutsche, dass gesunder Schlaf nicht ebenso wichtig ist wie eine gesunde Ernährung, wie Sport, wie der Verzicht auf Rauchen? Wieso denken zu viele sogar, dass wenig Schlaf ein Zeichen besonderer Leistungsfähigkeit ist? Welche Folgen wird es für unsere ganze Gesellschaft haben, wenn nicht bald ein Bewusstsein dafür geschaffen wird, dass die Schlafstörung eine der großen bedrohlichen Volkskrankheiten unserer Zeit ist?

Um uns herum ein Heer von Schlafgestörten

Prof. Dr. Ingo Fietze über Einschlaf- und Durchschlafstörungen – und das bizarre Schlafmuster von Real-Madrid- Star Cristiano Ronaldo
Wieso glauben Millionen Deutsche, dass gesunder Schlaf nicht ebenso wichtig ist wie eine gesunde Ernährung, wie Sport, wie der Verzicht auf Rauchen? Wieso denken zu viele sogar, dass wenig Schlaf ein Zeichen besonderer Leistungsfähigkeit ist? Welche Folgen wird es für unsere ganze Gesellschaft haben, wenn nicht bald ein Bewusstsein dafür geschaffen wird, dass die Schlafstörung eine der großen bedrohlichen Volkskrankheiten unserer Zeit ist?

Das Interview (Rowohlt Verlag)

Schlafen, ein Rätsel? Gilt das immer noch – oder hat die moderne Schlafforschung (fast) alles ehemals Geheimnisvolle rund um den Schlaf gelüftet?
Der Schlaf ist kein Rätsel mehr, wir wissen schon sehr viel. So ist bekannt, welche Hormone uns müde und welche uns wach machen, wie ihr Zusammenspiel ist und welche Rolle der zirkadiane 24-Stunden-Rhythmus spielt. Was wir noch nicht wissen, ist, welche körpereigenen Stoffe sonst noch den Schlaf wie beeinflussen, was tief im Gehirn beim Schlafen und Wachen passiert, wie die Genetik des Schlafes ist und was wir träumen – um nur einige Punkte zu nennen.

Vermutlich wären Sie – Traum Ihrer Jugendjahre – auch ein leidenschaftlicher Meeresbiologe geworden. Weshalb haben Sie irgendwann die Abzweigung Richtung Schlafmedizin genommen?
Wie das so ist im Leben, die Zufälle entscheiden. Zur Medizin kam ich über den Umweg Biomedizin, da war noch Biologie dabei. In der Medizin angelangt, landete ich in einem Institut, wo man sich mit der Medizin in Extremsituationen befasste (Antarktis, Kosmos), und interessanterweise war dort auch die Schlafforschung angesiedelt. Die hat es mir dann angetan.

Zu den meistverkauften Büchern für junge Eltern zählen auch umstrittene Einschlafbücher vom Typ «Jedes Kind kann schlafen lernen». Was geben Sie
als Schlafforscher Eltern mit auf den Weg?

Keep cool. Gelassen bleiben. Dann informieren (Buch, Internet) etc. und zur Not gern und rechtzeitig einen der wenigen Kinderschlafexperten aufsuchen. Bei Kindern gilt aber zuallererst: Das gibt sich wieder – es ist eher eine Entwicklungsphase, zum Beispiel im Alter zwischen vier und sieben Jahren. Leidet später die Schulleistung unter Schlaf-Wach-Störungen, dann unbedingt
Hilfe suchen.

Zu den pädagogisch aktuell heiß debattierten Forderungen zählt die nach späterem Schulbeginn für Kinder/Jugendliche (bzw. einer Gleitzeit, wie am Gymnasium Alsdorf erfolgreich erprobt wird).

        
weiter Rohwohlt Verl: https://www.rowohlt.de/news/die-uebermuedete-gesellschaft-hinter-diesem-begriff-steht-ein-heer-von-schlafgestoerten.html