DEUTSCHES ZENTRUM FÜR ERHOLSAMES SCHLAFEN

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Prof. Dr.  Bram van Dam†, Dr. med. Rainer Haarfeldt, Prof.  Dr. Tilman Resch



 

 

gute Wasserbetten:

Wohlfühleffekt wurde bewiesen

Fragen nach besseren Schlafsystemen wurden durch die Wissenschaft beantwortet! Stand der Wissenschaft 2011. von Clemens Janssen

Letzte Erkenntnisse in der med. Forschung erklären einem guten Wasserbett neue Argumente zu. Eine Forschergruppe mit Dr. Christopher Lowry, Boulder University, Colorado USA erforschten 2009 besondere Ionenkanäle, welche auf Haut-Temperatur reagieren und ans Gehirn melden[1]. Diese Ionenkanäle wurden schon 2003 entdeckt, aber nicht die Verbindung mit dem Gehirn und der entsprechenden Wirkung[2]. Erst durch Dr. Lowry wurde der Wirkungsmechanismus weiter erkannt[3, 4].

Diese speziellen Ionenkanäle, die sich kurz vor dem Rückenmark in den Merkel-Zellen befinden und Informationen von Hautsensoren weiterschalten reagieren auf Wärme- und Druckreize der Haut. Sie werden als TRPv Rezeptoren beschrieben. Wird die Haut erwärmt, geben diese TRPv Rezeptoren ein Signal in einen speziellen Bereich des Gehirns, der für die Serotonin-Produktion, unserem Wohlfühlhormon verantwortlich ist. Dieser Bereich im Gehirn nennt sich Nucleus Raphi und es gibt auf beiden Gehirnhälften jeweils einen. Dieser Nucleus projiziert über Nervenbahnen direkt in den vorderen Bereich unseres Großhirns, indem sich viele emotionelle Zentren befinden und auch in Anteile unseres Stammhirns, wie z.B. der Amygdala, unser Angstzentrum. Wird aus diesen Raphii-Kernen mehr Serotonin freigesetzt führt dies zu einer Hemmung unseres Angstzentrums und unserer Stressachse und zu einer Steigerung unseres Wohlbefindens.

Neben Wärme reagieren die Rezeptoren in den Merkel-Zellen auch auf Druckveränderungen und signalisieren entsprechend in das Gehirn. Herrscht zu viel Druck und es besteht die Gefahr von Schädigungen reagieren diese mit einer Aktivierung der Stressareale im Gehirn und es werden Substanzen wie z.B. Adrenalin und Noradrenalin ausgeschüttet. Die Ausschüttung dieser Stoffe ist in gefährlichen Situationen auch notwendig, denn somit werden wir wach und können auf die entsprechende Situation reagieren.

Stellen Sie sich vor sie sitzen in einem Flugzeug auf einem Langstreckenflug und schlafen ein. Die Sitze in den Maschinen sind nicht wirklich für längeren Schlaf geeignet; die Fersen sitzen auf dem Boden auf, das harte Polster der Sitze drückt auf das Gesäß, die Halswirbelsäule befindet sich in einer unangenehmen Stellung und weiteres. Durch diese Belastungen drohen dem Körper nach einer Weile Schädigungen; die Durchblutung des Fußes z.B. wird verringert durch den Druck der auf die Ferse auftritt und die Muskulatur der Halswirbelsäule kann nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden, da sie überdehnt wird. Diese Gefahrenmeldungen werden in den Merkel-Zellen kurz vor dem Rückenmark wahrgenommen und direkt in das Gehirn signalisiert. Im Gehirn werden entsprechenden Botenstoffe ausgeschüttet, die Sie aufwecken und Schmerzen spüren lassen; daraufhin werden Sie sich umdrehen, die Position verändern, oder aufstehen und ein paar Schritte gehen.

Anders verhält es sich, wenn keine gefährlichen Druckreize auf den Körper ausgeübt werden, sondern der Körper sich in einer Situation von gleichmäßiger Druckverteilung befindet. In dieser Situation leiten die Merkel-Zellen die Signale nicht in den „Stress-Bereich" des Gehirns, sondern in genau diese Bereiche, die uns Wohlbefinden bescheren und uns zur Ruhe kommen lassen. Ein gleichmäßiger Druck auf unseren Körper führt zu einem gleichbleibenden und nachhaltigen Gefühl des Wohlbefindens.

Zusammenfassend...

... kann also festgestellt werden, dass konstante Wärmezufuhr, in Verbindung mit gleichem Körperdruck zu einer deutlichen Förderung von Wohlbefinden über die Serotonin Ausschüttung führt.

Das subjektive Empfinden vieler Wasserbettenschläfer, dass die Regeneration auf einem guten, temperierten Wasserbett zur deutlich besseren Entspannung und zu größerem Wohlbefinden führt, wird durch diese Untersuchungen weiter bestätigt.

 

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1. Lowry, C.A., S.L. Lightman, and D.J. Nutt, That warm fuzzy feeling: brain serotonergic neurons and the regulation of emotion. Journal of psychopharmacology, 2009. 23(4): p. 392-400.

2. Patapoutian, A., et al., ThermoTRP channels and beyond: mechanisms of temperature sensation. Nature reviews. Neuroscience, 2003. 4(7): p. 529-39.

3. Hale, M.W., et al., Evidence for in vivo thermosensitivity of serotonergic neurons in the rat dorsal raphe nucleus and raphe pallidus nucleus implicated in thermoregulatory cooling. Experimental neurology, 2011. 227(2): p. 264-78.

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4. Hale, M.W. and C.A. Lowry, Functional topography of midbrain and pontine serotonergic systems: implications for synaptic regulation of serotonergic circuits. Psychopharmacology, 2011. 213(2-3): p. 243-64.