02.07.14

Schlauer durch Schlaf auf Wasserbetten

"Schlaf mal 'ne Nacht drüber"

 

 

Deutsche Forscher haben diese Redensart auf ihre Stichhaltigkeit überprüft.

Demnach könnte schlafen eine produktivere Tätigkeit sein, als bisher vermutet.
Wenn man sich noch am Abend mit einem Problem beschäftigt, ohne die Lösung zu finden, findet man diese häufig mit dem Aufwachen am nächsten Morgen.

In wie weit der Schlaf an der Problemlösung beteiligt ist, haben jetzt deutsche Forscher untersucht.

Die Forscher um Jan Born von der Universität Lübeck haben 66 Probanden ein Zahlenrätsel gestellt. Die Personen sollten aus einer Reihe von acht Zahlen anhand zweier Regeln eine zweite Zahlenreihe ableiten. In der Aufgabenstellung verborgen war jedoch eine weitere Regel, die das erheblich vereinfachte. Die Probanden, die diese Regel erkannten, gelangten direkt – und nicht Zahl für Zahl – zur Lösung.

In der Ausgabe des Magazins «Nature» (12/05) berichten die Wissenschaftler, dass eine achtstündige nächtliche Schlafpause zwischen zwei Testphasen die Wahrscheinlichkeit mehr als verdoppelte, mit der die Probanden die Regel erkannten. Von den Probanden, die in einer achtstündigen Pause, entweder über Tag oder über Nacht, wach gehalten worden waren, erkannten nur jeweils 5 von 22 die Lösung – im Gegensatz zu 13 in der Schlafgruppe.

"Die Rolle, die Schlaf für die menschliche Kreativität spielt wird weiterhin ein Geheimnis bleiben", schreiben Pierre Maquet und Perrine Ruby von der belgischen Université de Liège in einem Kommentar in der gleichen Nature-Ausgabe. Die Studie liefere aber gute Gründe, Schlafperioden einzuhalten und nicht gemäß eines heutigen Trends immer weiter einzuschränken.